Innovationen

Innovative Ansätze und Anwendungsbereiche

Aus dem natürlichen Rohstoff Holz können nachhaltige Harzsysteme auf Basis von Tallöl gewonnen und in Verbindung mit einer Vernetzerkomponente zu einem äußerst festen Kunststoff ausgehärtet werden. Die Kombination mit einem kalthärtenden Vernetzer ist dabei ein neuartiger Ansatzpunkt auf dem Gebiet der biobasierten Kunststoffe. Einsatzmöglichkeiten für solche Polymere finden sich unter anderem in der Druck- und Klebstoffindustrie, bei der Herstellung von Halbzeugen, Beschichtungen und Formteilen.



TallölBei der Herstellung von Schaumstoffhalbzeugen im Rahmen des Verbundprojektes kommt zudem ein besonderes Hochdruckverschäumungsverfahren zum Tragen, bei dem das Harzgemisch mit einem speziellen Mischkopf in eine entsprechende Werkzeugform gefüllt und unter Expansion eines Treibgases aufgeschäumt wird.


Rückführung von Abfallprodukten

Doch nicht nur die Verwendung des speziellen, kalthärtenden Vernetzers verleiht dem Verbundvorhaben seinen innovativen Charakter, sondern auch der Umstand, dass bei der Herstellung der Polymere Reststoffe in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Mit dem Anhydridhärter und dem Tallöl, das als Nebenprodukten der Celluloseherstellung anfällt, werden dabei gleich zwei Rezeptur-Komponentendurch durch Recycling weiter nutzbar gemacht.

Verwandlung von Isopren-Dimer in neuen Anhydridhärter mit idealen Eigenschaften

Der  Produzent von Riech- und Aromastoffen, Mitltitz Aromatics, erhält bei der Herstellung von Isopren-Trimer als Nebenprodukt Isopren-Dimer  – und das jährlich in einer Menge von gut zehn Tonnen. Mittels chemischer Reaktion lässt sich dieses petrochemische Abfallprodukt, welches bislang nicht verwertet wurde, in den Härter MBTHP verwandeln, der in Verbindung mit dem Harzsystem einen äußerst festen Kunststoff entstehen lässt.

Dank der Rückführung von Isopren-Dimer und Tallöl werden Abfall- und Beschaffungskosten reduziert und gleichsam eine ressourcenschonende Produktion ermöglicht.

Besondere Vorteile der entwickelten Biopolymere

Neben der Substitution von Erdöl und der Verwertung von Reststoffen haben die Kunststoffe und Beschichtungen aus Non-Food-Biomasse, die im Rahmen des Verbundvorhabens entwickelt werden, einen weiteren Vorteil: Sie sind im Vergleich zu den erdölbasierten Kunststoffen gesundheitlich verträglicher.

Substitution von Erdöl Erhöhung des Wertschöpfungspotentials Verbesserung der gesundheitlichen Verträglichkeit
Substitution von Erdöl durch hohen biogenen Anteil der Rezepturkomponenten Erhöhung des Wertschöpfungspotentials durch Rückführung und Nutzung von Nebenprodukten Verbesserung der gesundheitlichen Verträglichkeit

Bilder: ö_Konzept

 

Projektleiter

Dipl.-Phys. Andreas Krombholz
Fraunhofer IMWS Halle
Walter-Hülse-Straße 1
D-06120 Halle (Saale)

Tel.: +49 (0) 345 5589153
andreas.krombholz@imws.fraunhofer.de